Als am 31. Oktober 1877 Carl Metz, der im Jahre 1842 die erste Spezialfabrik zur Herstellung von Lösch- u. Rettungsgerätschaften in Heidelberg gegründet hatte, nach einem erfolgreichen Leben verschied, wurde in bewegten Worten seiner Leistungen als

„Pionier der deutschen Feuerwehren
und des Löschwesens,
des verdienten Nestors und Gründers
der deutschen Feuerwehr“

in den damals bereits bestehenden Feuerwehrzeitungen gedacht. Mehr als fünf Monate vor dem Ableben von Carl Metz wird die Freiwillige Feuerwehr Pulling am 15. Mai 1877 offiziell gegründet. Doch bereits am 13. April 1856 wurde in Pulling eine „Feuerordnung“ verfasst, in der 18 Mitglieder aufgeführt waren. Im Protokoll von 1877 wird festgehalten: „Sämtliche Gemeindemitglieder sind für die Errichtung der Freiwilligen Feuerwehr und zugleich für die Anschaffung einer fahrbaren Feuerspritze mit Saug und Druckkraft für 650,- Mark“. In den Unterschriften zu diesem Protokoll findet man Namen, die noch heute in unserem Ort und in der Feuerwehr vertreten sind: Joseph Eisenmann, Franz Metzger, Johann Schmid, Johann Hölzl, Xaver Büchler, Xaver Krimmer, Georg und Johann Walk.

Am 30. Juni 1877 meldet Bürgermeister Walk an das damalige königliche Bezirksamt Freising:
„Anmit wir dem königlichen Bezirksamt gehorsamst die Vorstandschaft der Freiwilligen Feuerwehr Pulling angezeigt.

Gewählt wurden:
Hauptmann: Johann Kolbinger jun.
Vorstand: Johann Walk
Schriftführer: Johann Hirschmann
Zugführer: Georg Walk
2. Zugführer: Johann Hölzl
Zeugwart: Christof Kissinger
Kassier: Friedrich Walter

Die Statuten und Dienstinstruktionen werden dem königlichen Bezirksamte im Laufe der nächsten Woche unterbreitet werden.“ In den darauffolgenden zwei Jahren wird von der Gemeinde ein Feuerwehrhaus errichtet. Kurz nach dessen Fertigstellung im Jahr 1879 kauft die Gemeinde Pulling eine einfache Saug- und Druckspritze. Das damalige Feuerwehrhaus hat noch heute seinen angestammten Platz in der Ortsmitte, direkt neben dem Maibaum. Es diente lange als örtliche Viehwaage und seit vielen Jahren den Pullinger Vereinen zur Unterbringung ihrer Gerätschaften.

Das 1879 errichtete Feuerwehrhaus in der Dorfmitte beherbergt heute Gerätschaften der Pullinger Vereine

Das 1879 errichtete Feuerwehrhaus in der Dorfmitte beherbergt heute Gerätschaften der Pullinger Vereine

Um die Jahrhundertwende …

Aus dieser Zeit findet man die ersten Löscheinsätze der Feuerwehr Pulling:
August 1898: Brand bei Joseph Tretter in Achering

November 1902: Wohnhaus- und Stadelbrand in Dürneck Nr. 11, Dürner Andreas

Juni 1908: Brand in Pulling, Kolbinger Barbara

Dezember 1911: Stall und Stadel von Lorenz Hofstetter niedergebrannt, Wohnhaus gerettet

Juli 1913: Das Hüthaus der Gemeinde brennt nach einem Blitzschlag bis auf die Grundmauern nieder

August 1920: Schlüterhof, neuerbauter Getreidestadel niedergebrannt- Selbstentzündung

November 1926: Der vollgefüllte Getreidestadel von Josef Braun brennt vollständig aus

Gemäß Inventarliste von 1927 verfügt die Freiwillige Feuerwehr Pulling über 25 Helme, 32 Uniformröcke, 45 Gurte, 8 Beile, ein Signalhorn, eine Aufstellleiter und 100 Meter Schlauch. Außerdem ist die 1878 angeschaffte Motorspritze noch im Einsatz. Den Kauf der neuen Motorspritze macht das Freisinger Tagblatt am 05.04.1925 bekannt: „Am Freitag, 03. April 1925 wurde von der hiesigen Gemeindeverwaltung bei der Feuerwehr-Gerätefirma MAGIRUS in München eine neue Saug- u. Druckspritze für die Freiwillige Feuerwehr Pulling zum Preis von DM 1.850,- angeschafft. Überall gewaltige Schritte vorwärts.“ Von 1927 bis 1952 … Die Selbständigkeit der Feuerwehren wird im Dritten Reich durch staatlich gelenkte Organisationen zerstört. Pflichtgemäß werden jedoch Versammlungen und Löschübungen abgehalten. Am 06. Januar 1936 findet im Gasthaus Büchler eine Jahreshauptversammlung statt, bei der Xaver Krimmer sein Amt als Kommandant aus gesundheitlichen Gründen niederlegt. Xaver Krimmer war 38 Jahre in der Feuerwehr aktiv und bekleidete fast 20 Jahre das Amt des Kommandanten. Xaver Krimmer wird zum Ehrenkommandant ernannt und hat die Erlaubnis, die Uniform zu tragen. Als Nachfolger wird der Feuerwehrmann Franz Metzger am 7. April 1935 zum Kommandanten ernannt.

Die Feuerwehren aus Achering und Pulling werden in den folgenden Jahren neu organisiert. Zuerst wird die Freiwillige Feuerwehr Achering von Pulling übernommen und als Abteilung Achering bezeichnet. Später gliedert sich diese in einen Halbzug Achering und eine Halbzug Pulling. Beide Halbzüge bilden zusammen einen Löschzug. Über die Einsätze und Hilfeleistungen der Pullinger Feuerwehr während der Kriegsjahre gibt es leider keine Aufzeichnungen. Einige ältere Kameraden können jedoch noch aus ihrer Kinder- u. Jugendzeit über Löscheinsätze der Pullinger Feuerwehr in München berichten, zu denen diese abkommandiert wurde.

 

Am 29. Juli 1949 berichtet das Freisinger Tagblatt:

„Es brennt in Hallbergmoos!“ – Im Rahmen der kürzlich durchgeführten Besichtigung der Landfeuerwehren wurden die Feuerwehren aus Hallbergmoos, Neufahrn, Mintraching, Dietersheim, Pulling und Achering durch Kreisbrandinspektor Wagner in Anwesenheit der Bürgermeister besichtigt. Die Einsatzleitung hatte Kreisbrandmeister Michael Scherr, Hallbergmoos. Nach einer gelungenen Schulübung wurde die großangelegte Übung mit einem Innenangriff der Feuerwehr Pulling eingeleitet, die später in einen Außenangriff sämtlicher Wehren überging. Angenommen wurde ein Großbrand in der Theaterhalle und im Druckereigebäude Birkeneck. Pulling hatte die Aufgabe, die Druckerei vom Feuer abzuriegeln, während die anderen Wehren den Brandherd direkt bekämpften. Eingesetzt waren drei schwere und eine mittlere Motorspritze sowie eine Saugu. Druckspritze. Löschwasser war ausreichend vorhanden. Eingesetzt waren bei dieser Übung insgesamt 113 Mann, die ein berechtigtes Lob über die vorbildlich verlaufenen Übung ernteten.“

Die Pullinger Feuerwehr beim "Sichern" des Druckereigebäudes während der Einsatzübung in Birkeneck

Die Pullinger Feuerwehr
beim „Sichern“ des Druckereigebäudes
während der Einsatzübung
in Birkeneck

Angetreten zur Übungsbesprechung bzw. zur Ansprache des Kreisbrandinspektors. Einsatzübung in Birkeneck.

Angetreten zur Übungsbesprechung
bzw. zur Ansprache des Kreisbrandinspektors.
Einsatzübung in Birkeneck.

Pullinger Feuerwehrmänner mit ihrer Saug- und Druckspritze bei der Übung in Birkeneck

Pullinger Feuerwehrmänner mit
ihrer Saug- und Druckspritze bei
der Übung in Birkeneck

 

Die Pullinger Feuerwehrmänner schlagen sich hervorragend, obwohl sie als einzige Wehr nur mit einer Saug- u. Druckspritze ausgerüstet sind. Bereits während des Krieges bemüht sich die Freiwillige Feuerwehr Pulling um eine Motorspritze „TS 4“, die jedoch nicht geliefert wird. Der erneute Antrag von 1947 muss im Zuge der Währungsreform wieder zurückgenommen werden. Nach einem Besuch bei der Feuerwehr Gremertshausen, bei dem deren Kleinkraftspritze vorgeführt wird, beschließt die Gemeinde Pulling in zwei Ortsversammlungen, eine Kleinkraftspritze von Ziegler zum Preis von DM 2.500,- zu bestellen.  Der Staat bewilligt einen Zuschuss von DM 750,-. Am Sonntag, 20. November 1949 wird die Motorspritze im Rahmen einer Gemeindeversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Pulling übergeben. Kreisbrandinspektor Wagner spricht der Gemeindeverwaltung und den versammelten Feuerwehrmännern im Namen des Landrats Dank und Anerkennung für die rege Unterstützung aus und würdigt das große finanzielle Engagement der Gemeinde.Der ebenfalls anwesende Kommandant aus Achering entschließt sich aufgrund der guten Leistungsprobe, im kommenden Jahr eine derartige Spritze zu beschaffen. Die Motorspritze leistet 30 Jahre beste Arbeit für die Feuerwehr Pulling.

 

 

 

Von 1952 bis 1977 …

1952 findet das 75-jährige Stiftungsfest mit Fahnenweihe in Pulling statt. Die alte Standarte ist während des 2. Weltkrieges verschwunden. Fahnenabordnungen von 22 Vereinen aus dem Landkreis sind vertreten. Kommandant Anton Metzger kann zahlreiche Ehrengäste, unter ihnen Landrat Dr. Held, Kreisbrandinspektor Wagner, Kreisbrandmeister Scherr sowie Bürgermeister Baumgartner mit seinen Gemeinderäten, begrüßen. Zusammen mit der Feuerwehr Achering absolviert man eine gelungene Feuerwehrübung am Kronthaler-Gelände und danach gibt es den großen Festumzug durch die Ortschaft.

Fahnenweihe 1952 Kreisbrandinspektor Wagner bei seiner Festansprache

Fahnenweihe 1952 Kreisbrandinspektor Wagner bei seiner Festansprache

Fahnenweihe 1952. Fahnenjunker mit Begleiter und Festdamen erwarten die neue Fahne. Im Hintergrund Kommandant Metzger.

Fahnenjunker mit Begleiter und Festdamen erwarten die neue Fahne. Im Hintergrund Kommandant Metzger.

Fahnenabordnung der Pullinger Feuerwehr mit ihrer neuen Fahne auf einem Stiftungsfest im Landkreis

Fahnenabordnung der Pullinger Feuerwehr mit ihrer neuen Fahne auf einem Stiftungsfest im Landkreis

Fahnenabordnung mit der neu geweihten Fahne

Fahnenabordnung mit der neu geweihten Fahne

Richtfest am neuen Feuerwehrhaus am Schulweg im Jahre 1962

Richtfest am neuen Feuerwehrhaus am Schulweg im Jahre 1962

Die Fertigstellung schreitet voran. Im Hintergrund der Rohbau der Lehrerhaus.

Die Fertigstellung schreitet voran.
Im Hintergrund der Rohbau der Lehrerhaus.

Im Herbst 1961 beginnt man in Eigenleistung mit der Errichtung eines neuen Feuerwehrhauses. Im Dezember 1962 kann der Neubau abgeschlossen werden. Die Freiwilliger Feuerwehr Pulling besitzt nun als zweite Feuerwehr im gesamten Landkreis ein Gerätehaus mit angebautem Schulungsraum. Sofort nach Fertigstellung erhält die Pullinger Wehr vom zivilen Bevölkerungsschutz (ZB) ein Tanklöschfahrzeug TLF 8 auf einem Unimog 404 Fahrgestell.

Das Feuerwehrhaus nach der Fertigstellung

Das Feuerwehrhaus nach der Fertigstellung

Das Tanklöschfahrzeug TLF 8/8 auf Unimog 404 des Zivilen Bevölkerungsschutzes

TLF 8/8 auf Unimog 404
des Zivilen Bevölkerungsschutzes

Pullinger Feuerwehrmänner bei der Übung mit ihrem neuen Fahrzeug

Pullinger Feuerwehrmänner bei der Übung mit ihrem neuen Fahrzeug

Im Jahr 1964 stellt das Landesamt für Feuerschutz fest, dass die vorhandene Ausrüstung für die Ortschaft Pulling nicht mehr ausreichend ist. Im April 1966 wird der Pullinger Feuerwehr das neue Löschfahrzeug, ein LF 8 der Fa. Bachert mit Tragkraftspritze auf einem Mercedes- Allradfahrgestell, übergeben. Nach der Weihe findet die erste Übung mit dem neuen Fahrzeug statt und alles läuft bestens. Anlässlich des 90-jährigen Jubiläums der FF Pulling und der Erhebung der kirchlichen Gemeinde zur Pfarrei hebt Landrat Schrittenloher die ausgezeichnete Ausrüstung und Ausbildung der Pullinger Feuerwehr hervor. Sie besitzt neben Moosburg und Eching das modernste und beste Löschfahrzeug im Landkreis. Der guten Ausrüstung steht die Ausbildung der Floriansjünger jedoch in nichts nach. Zwei Löschgruppen erhalten das bronzene Leistungsabzeichen. Ein Sonderlob erteilt der Landrat an Bürgermeister Bernhard Sewald, der die Leistungsprüfung als zweiter Bürgermeister des Landkreises ablegt. Mit dem Erwerb des goldenen Leistungsabzeichens auf blauem Grund ist er einige Jahre später der einzige Gemeindevorsteher im Landkreis, der diese Auszeichnung bekommt.

Mit einem kräftigen Schluck im Gasthaus Büchler besiegelte Pullings Feuerwehr am Sonntagnachmittag die offizielle Übernahme ihres nagelneuen Löschfahrzeuges, das die stattliche Summe von 57000 Mark kostet. Der eigentlichen Übergabe war die kirchliche Weihe durch Pfarrkurat Weber vorausgegangen (unser Bild). Dem feierlichen Akt wohnten neben den Wehrmännern auch Bürgermeister Baumgartner, die Mitglieder des Gemeinderats, Landrat Dr. Held und Kreisbrandinspektor Hartshauser bei. Unmittelbar nach der Weihe absolvierten die Aktiven gleich die erste Übung mit dem neuen Fahrzeug. Alles lief wie am Schnürchen.

 

Großer Augenmerk wird bei der Freiwilligen Feuerwehr Pulling in den folgenden Jahren auf die Ausbildung gelegt. Zahlreiche Kameraden werden zu Lehrgängen an die Feuerwehrschule Regensburg geschickt. In jedem Jahr finden Prüfungen zum Leistungsabzeichen in verschiedenen Stufen statt. Da mit zunehmender Mannschaftstärke die Räumlichkeiten im Feuerwehrhaus immer beengter werden, entscheidet der Pullinger Gemeinderat, das Gerätehaus zu erweitern. Anlässlich der Feuerschutzwoche 1973 wird das erweiterte Feuerwehrhaus seiner Bestimmung übergeben. Sämtliche Schulungen und Versammlungen werden seitdem in diesem Gebäude abgehalten. 1975 erhält die Feuerwehr Pulling eine Sprechfunkausrüstung und wird in das Funkalarmierungsnetz aufgenommen. Das Aufgabengebiet weitet sich immer weiter aus. Waren es traditionell Brände, zu denen die Feuerwehr gerufen wird, so sind es immer mehr technische Hilfeleistungen bei Unfällen auf der nahen Bundesstraße 11 , bei Sturm oder bei Hochwasser. 1976 stehen bei der Freiwilligen Feuerwehr Pulling Neuwahlen an. Der langjährige Kommandant der Feuerwehr, Anton Metzger, kandidiert bei der Jahreshauptversammlung 1976 altersbedingt nicht mehr. Vor den Neuwahlen würdigt Bürgermeister Bernhard Sewald die Verdienste der Männer, die bisher die Geschicke der Pullinger Feuerwehr bestimmt haben und gibt einen kurzen, geschichtlichen Rückblick über die Pullinger Feuerwehr. Josef Pellmeyer sen. dankt Anton Metzger für sein unermüdliches Engagement, das er als 1. Kommandant der FF Pulling immer wieder gezeigt hat. Zum neuem Leiter der Feuerwehr wird Andreas Eisenmann gewählt.


Das 1973 in Dienst gestellte Gerätehaus mit dem
„Fuhrpark“ der FFW Pulling aus dem gleichen Jahr


(v. r.) Kreisbrandrat Hartshauser, Bürgermeister Bernhard Sewald, Kommandant
Anton Metzger und die Wehrmänner, die mit dem goldenen Leistungszeichen auf
blauem Grund ausgezeichnet wurden.
Auch Bürgermeiter Sewald erhielt diese Auszeichnung.

100 Jahre Freiwillige Feuerwehr Pulling

Am 21. u. 22. Mai 1977, fast auf den Tag genau hundert Jahre nach deren Gründung, feiert die FF Pulling das Stiftungsfest. Am Samstag steigt ein bunter Heimatabend bei dem 600 Gäste die Maschinenhalle der Familie Appel bis auf den letzten Platz füllen. Die Darbietungen der verschiedenen Gruppen werden mit großem Applaus bedacht. Am Festsonntag meint es das Wetter nicht besonders gut mit den Pullinger Floriansjüngern, denn es ist trüb und sehr frisch. Nach dem Weckruf, dem Begrüßen der Vereine und dem traditionellen Weißwurstessen zelebriert Pfarrer Alfons Bittinger den Festgottesdienst. Der Bändersegnung folgen die Ansprachen des Bürgermeisters und Schirmherrn, Bernhard Sewald, und des Landrats, Ludwig Schrittenloher. Nach dem gemeinsamen Mittagessen nehmen insgesamt 39 Vereine Aufstellung zum Festzug. Mit einem geselligen Beisammensein und Tanz bis spät in die Nacht lässt man die Feierlichkeiten zum 100-jährigen Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr Pulling ausklingen.


Gründungsfest 1977. Kommandant Eisenmann stellt sich mit der Fahnenmutter
von 1952, den Festdamen und Bürgermeister Sewald dem Fotografen.


Der Patenverein aus Achering führte den Festzug an

Seit 1977 …

Aufgrund der steigenden Einsätze bei Verkehrsunfällen auf der Bundesstraße 11 entscheidet man noch 1977, ein neues LF 16 mit Zusatzbeladung „Technische Hilfe“ zu beschaffen. Das neue Einsatzfahrzeug der Fa. Ziegler (Mercedes Benz 1017) wird aufgrund der mittlerweile erfolgten Eingemeindung vom Freisinger Oberbürgermeister Dr. Adolf Schäfer seiner Bestimmung übergeben und von Pfarrer Kwiatkovski geweiht. Dieses Fahrzeug versieht nach wir vor seinen Dienst bei der FF Pulling.

Mit dem Bau der A 92 weitet sich das Einsatzgebiet weiter aus. Von der Einfahrt Freising-Süd bis zum Neufahrner Kreuz und in der Gegenrichtung bis zur Ausfahrt Freising-Mitte bekommt man eine neue Zuständigkeit. Durch die Eröffnung des neuen Flughafens, nur wenige Kilometer von Pulling entfernt, wir die Freiwillige Feuerwehr in den Alarmplan „Großschadensereignisse“ aufgenommen. Schulungen und Übungen zusammen mit der Flughafenfeuerwehr führen die Pullinger Einsatzkräfte an das neue Gebiet „Unfälle mit Luftfahrzeugen“ heran.


Segnung des neuen Löschgruppenfahrzeuges LF 16 durch Pfarrer Kwiatkovski


Ansprache von Kommandant Eisenmann zur Einweihung des neuen Fahrzeuges

Am 18. März 1992 wird die Jahreshauptversammlung im Feuerwehrhaus Pulling abgehalten. Andreas Eisenmann, der 16 Jahre lang die FF Pulling verdienstvoll geleitet hat, kandidiert nicht mehr für das Amt des 1. Kommandanten. Zu seinem Nachfolger wird Reinhold Lengl gewählt. Andreas Eisenmann dankt den Kameraden für die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit und bittet sie, die Freiwillige Feuerwehr Pulling, vor allem auch den neuen Kommandanten, in der Zukunft tatkräftig zu unterstützen.

Um den wachsenden Anforderungen und dem großen Einsatzspektrum gerecht zu werden, nehmen die Kameraden der FF Pulling regelmäßig an Lehrgängen an den Feuerwehrschulen Regensburg und Geretsried teil. Die Themen reichen von der technischen Hilfeleistung, über Gruppenführerlehrgänge bis zum Lehrgang für Bahnunfälle. Die Vorbereitungen und Prüfungen zum Leistungsabzeichen „Löschaufbau“ werden regelmäßig durchgeführt. Fast alle dienstälteren Kameraden haben mittlerweile das Abzeichen in Gold auf Rot erworben.


Die Leistungsprüfungen zum Löschaufbau werden auch heute noch regelmäßig
durchgeführt, inzwischen wieder vor dem Feuerwehrgerätehaus.


„Zum Abmarsch fertig!“ Der Löschangriff ist beendet und die Prüfung bestanden.


Seit einigen Jahren führt die Freiwillige Feuerwehr Pulling auch die Leistungsprüfung
THL (Technische Hilfeleistung) durch. Bereits mehr als die Hälfte der
Aktiven besitzt bereits ein Leistungsabzeichen THL in den verschiedenen Stufen.


„Angriffstrupp! Spreizer und Schneidegerät vor!“

Das 1966 in Dienst genommene LF 8 – TS ist in die Jahre gekommen. 1994 entscheiden die Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehr Freising, für Pulling ein neues Einsatzfahrzeug zu beschaffen. Am 19. Mai 1996 wird das Fahrzeug durch Pfarrer Reupold geweiht. Das Fahrzeug stammt aus der Firma, die Carl Metz, dem der Beginn dieser Chronik gewidmet ist, 1842 gegründet hat. Ein Metz LF 8/6 auf Mercedes 917. Der geliebte Unimog des ZB muss 1996 außer Dienst genommen werden, da er den feuerwehrtechnischen Vorgaben nicht mehr gerecht wird. Durch das große Engagement einiger Feuerwehrmitglieder wird ein gebrauchter VW Typ 2 Doppelkabiner vom Baustel lenfahrzeug zum Feuerwehrmehrzweckfahrzeug umgebaut. Im Zuge der Feier zum 120-jährigen Bestehen wird das Auto geweiht und zum Dienst übergeben.

Doch nicht nur die Beschaffung eines Einsatzfahrzeuges geht 1995 durch die Presse. Mit Münip Tatlioglu tritt der erste türkische Mitbürger in eine Feuerwehr des Landkreises Freising ein. Im selben Jahr legt er bereits die Prüfung zum Leistungsabzeichen THL mit Erfolg ab.


Bürgermeister Josef Hauner und Kommandant Reinhold Lengl sind stolz auf
das neue Pullinger Feuerwehrfahrzeug (Foto: Metz)


Pfarrer Reupold bei der Segnung des neuen Pullinger Fahrzeuges.
Es handelt sich um ein Löschgruppenfahrzeug LF 8/6.


Das in Eigeninitiative beschaffte und zum Mehrzweckfahrzeug umgebaute
Baustellenfahrzeug nach der Weihe anlässlich der 120-Jahrfeier der FFW Pulling

Auch das Gerätehaus muss ständig in Schuss gehalten werden. Im vergangenen Jahr wurden u.a. die Garagentore ausgetauscht. Da nicht immer Mittel der öffentlichen Hand zur Verfügung stehen, engagieren sich die Feuerwehrkameraden auch bei der Pflege des Gerätehauses und sorgen für laufende Verbesserungen. Der Aufenthaltsraum wird zu einem gemütlichen Versammlungsort umgestaltet. Im Keller erhält der Kommandant sein Büro und es entsteht ein ansehnlicher Schulungsraum in einer ehemaligen Werkstatt. Nicht zuletzt das Vordach auf der Rückseite des Gebäudes, das, mittlerweile nahezu selbstverständlich, in Eigenregie angebracht wird, trägt zur Verschönerung des Feuerwehrhauses bei.

Aufgrund der schwindenden Zahl aktiver Kameraden beschließt man 1997 eine Jugendgruppe bei der Freiwilligen Feuerwehr Pulling zu installieren. Aufgrund von Übernahmen in den aktiven Feuerwehrdienst aber auch durch freiwillige Austritte schwankt die Anzahl der Jugendlichen, die an den Feuerwehrdienst herangeführt werden, zwischen vier und zehn.


Die Mitglieder der Jugendgruppe im Jahre 1997.
Inzwischen sind von den zehn Jugendlichen bereits acht in die Einsatzmannschaft
übergewechselt und zwei aus der Feuerwehr ausgetreten.


Jugendgruppe bei der Übung


Zu Besuch bei der Berufsfeuerwehr München


Gruppenbild mit RTW, Feuerwache 1, Berufsfeuerwehr München

Schon vor einigen Jahren besuchte Matthias Heyder, Wehrleiter der Freiwilligen Feuerwehr Pennewitz/Thüringen die Pullinger Feuerwehr an den Übungsabenden im Feuerwehrhaus. Im Jahr 2000 konnte man dann die Jugendgruppe der Thüringer Feuerwehr begrüßen und zusammen den Flughafen München II und deren Werksfeuerwehr besichtigen. Gegenseitige Besuche der Kameraden aus Thüringen und Bayern folgen. Im Dezember 2000 unterzeichnen die Kommandanten der beiden Feuerwehren einen Partnerschaftsvertrag.


Gruppenbild vor Pullinger Technik. Vielleicht wird es schon bald keine Seltenheit
mehr sein,dass Pennewitzer und Pullinger einander besuchen.

Am 31.10.2002 trifft man sich zu einer außerordentlichen Hauptversammlung im Hinblick auf die Festlichkeiten des 125-jährigen Jubiläums, das vom 07.-09. Juni 2002 gefeiert wird. Wesentlicher Tagesordnungspunkt ist die Gründung eines Feuerwehrvereins. Mitglieder des Vereins sollen die aktiven, aber auch die Kameraden, die bereits aus dem aktiven Dienst ausgeschieden sind, werden. Die Rahmenbedingungen und der Satzungsentwurf wird rege diskutiert. Die Abstimmung wird vertagt. Am 21. November 2001 wird die endgültige Fassung der Satzung der Freiwilligen Feuerwehr Pulling e.V. verlesen. Die anwesenden Gründungsmitglieder stimmen einstimmig der Vereinsgründung zu. Am 15. Februar 2002 wird der Verein beim Amtsgericht eingetragen.

Am Vereinsleben nimmt die Freiwillige Feuerwehr Pulling traditionell rege teil. Sei es bei Maibaumfesten, Dorffesten, Kriegerjahrtagen, Martinszügen – immer finden sich Freiwillige Feuerwehrmänner- u. frauen, die tatkräftig zum Gelingen der Veranstaltungen beitragen. Die Fahnenabordnung der FF Pulling wird zu allen kirchlichen und weltlichen Festen der Ortschaft entsandt.

125 ereignisreiche Jahre liegen hinter der Freiwilligen Feuerwehr Pulling. Schwere Einsätze bei Brand, Sturm, Hochwasser, bei Unfällen auf der Autobahn oder der Bundesstraße 11 wechseln sich mit stimmungsvollen Festen und Veranstaltungen ab. Bis heute musste kein Kamerad der Pullinger Feuerwehr im Einsatz sein Leben lassen. Beschütze Gott und der Schutzpatron der Feuerwehrleute, der hl. Florian, auch in Zukunft die Freiwillige Feuerwehr Pulling damit sie ihrem Motto

„Gott zur Ehr, dem nächsten zur Wehr“

noch lange Zeit zum Wohle der Bevölkerung unversehrt folgen kann.

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